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title: "Rehabilitation nach Schlaganfall: ischämischer und hämorrhagischer Schlaganfall"
description: "Ein umfassender Leitfaden zur Erholung nach einem Schlaganfall: die beiden Schlaganfallarten, Inhalte der Rehabilitation, Beginn, Dauer und Einflussfaktoren."
date: 2026-10-24
lastmod: 2026-11-02
canonical: https://drmotiva.com/de/articles/stroke-rehabilitation/
lang: de
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# Rehabilitation nach Schlaganfall: ischämischer und hämorrhagischer Schlaganfall

Ein Schlaganfall entsteht, wenn ein Teil des Gehirns plötzlich nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Er gehört weltweit zu den häufigsten Ursachen für Tod und bleibende Behinderung [3]. Viele stellen sich den Schlaganfall als einheitliches, schweres Ereignis vor. Tatsächlich reicht das Spektrum von sehr leicht bis schwer, und die meisten Betroffenen profitieren von einem gut geplanten Rehabilitationsprogramm.

## Die beiden Hauptformen des Schlaganfalls

- **Ischämischer Schlaganfall (etwa 85 % der Fälle):** Eine Hirnarterie ist durch ein Gerinnsel verschlossen oder verengt. Siehe [Ischämischer Schlaganfall: Behandlung und Erholung](https://drmotiva.com/de/articles/ischemic-stroke-recovery/).
- **Hämorrhagischer Schlaganfall (etwa 15 % der Fälle):** Ein Blutgefäß reißt und blutet in oder um das Gehirn. Siehe [Erholung nach Hirnblutung](https://drmotiva.com/de/articles/brain-haemorrhage-recovery/).
- **Transitorische ischämische Attacke (TIA):** Die Symptome bilden sich meist innerhalb von Minuten zurück, sind aber ein dringendes Warnsignal. Siehe [TIA und leichter Schlaganfall](https://drmotiva.com/de/articles/tia-and-minor-stroke/).

Auch wenn die Ursache unterschiedlich ist, sind die Folgen (Lähmung, Sprach-, Schluck-, Gleichgewichts- und Denkstörungen) und die Prinzipien der Rehabilitation bei beiden Formen weitgehend gleich [1].

Weiterlesen: der [Ratgeber „Schlaganfall“](https://drmotiva.com/de/guides/stroke/) sowie die Artikel [Teillähmung (Hemiparese): Ursachen, Behandlung und Rehabilitation](https://drmotiva.com/de/articles/partial-paralysis-hemiparesis/) und [Frührehabilitation nach Schlaganfall: Warum der Zeitpunkt zählt](https://drmotiva.com/de/articles/early-rehabilitation-after-stroke/).

## Was umfasst die Rehabilitation nach Schlaganfall?

Rehabilitation ist organisiert, zielorientiert und interdisziplinär [1, 2]. Je nach Bedarf kann das Programm umfassen:

- Physiotherapie für Bewegung, Gleichgewicht und Gehen
- Ergotherapie für Handfunktion und Alltagsaktivitäten
- Logopädie für Kommunikation und Schlucken
- Behandlung von Spastik, Schulterschmerzen und anderen Komplikationen
- Kognitive und psychologische Unterstützung
- Wo geeignet, robotergestütztes Training und nicht-invasive Hirnstimulation

## Wann beginnt sie und wie lange dauert sie?

Die Behandlung auf einer spezialisierten Schlaganfallstation (Stroke Unit) verbessert die Ergebnisse [4]. Die Rehabilitation beginnt, sobald der Patient medizinisch stabil ist. Die schnellsten Fortschritte zeigen sich meist in den ersten drei bis sechs Monaten, doch auch danach sind mit gezielter Therapie bedeutsame Verbesserungen möglich. Siehe [Zeitlicher Verlauf der Erholung](https://drmotiva.com/de/articles/stroke-recovery-timeline/).

## Was beeinflusst die Erholung?

Größe und Lage des Schlaganfalls, anfänglicher Schweregrad, Alter, Begleiterkrankungen, Intensität und Zeitpunkt der Therapie sowie die Unterstützung durch die Familie spielen eine Rolle. Jeder Verlauf ist anders; die Ziele werden daher nach der Untersuchung individuell festgelegt.

Im Notfall: Bei plötzlich hängendem Mundwinkel, Armschwäche oder Sprachstörung sofort die örtliche Notrufnummer wählen. Zeit ist Gehirn.

## Das Rehabilitationsteam und die Beurteilung

Schlaganfall-Rehabilitation ist Teamarbeit. Das Team wird meist von einer PRM-Ärztin oder einem PRM-Arzt geleitet und kann Physiotherapeuten, Ergotherapeuten (die Alltagsaktivitäten wie Anziehen und Waschen trainieren), Logopäden, Rehabilitationspflegekräfte, Psychologen und Sozialarbeiter umfassen. Zu Beginn beurteilt das Team Kraft, Muskeltonus (Steifigkeit oder Schlaffheit), Gefühl, Gleichgewicht, Gehen, Arm- und Handgebrauch, Schlucken, Kommunikation, Denken und Stimmung. Standardisierte Skalen messen den Fortschritt über die Zeit, zum Beispiel die Selbstständigkeit im Alltag. Ziele werden mit Patient und Familie vereinbart, etwa sicher zur Toilette zu gehen oder mit der betroffenen Hand zu essen, und regelmäßig überprüft.

## Behandlungsmöglichkeiten im Überblick

- **Aufgabenorientiertes Training:** reale Aktivitäten (Aufstehen, Gehen, Greifen) viele Male mit zunehmender Schwierigkeit üben
- **Kraft-, Ausdauer- und Gleichgewichtstraining,** angepasst an den Zustand des Patienten
- **Behandlung der Spastik** (unwillkürliche Muskelanspannung) mit Dehnung, Lagerung, Schienen und gegebenenfalls Medikamenten oder Injektionen nach ärztlicher Entscheidung
- **Sprach-, Schluck- und kognitive Therapie** (Therapie für Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Planung)
- **Unterstützende Technologien** wie Elektrostimulation, robotergestütztes Training oder Hirnstimulation, bei ausgewählten Patienten ergänzend zur aktiven Therapie, nicht anstelle davon

## Was Angehörige zu Hause tun können

- Die vom Team festgelegten Übungen täglich fördern, lieber oft und kurz
- Den Patienten so viel wie sicher möglich selbst machen lassen, statt Aufgaben abzunehmen
- Stolperfallen beseitigen, für gute Beleuchtung sorgen und bei Bedarf Haltegriffe anbringen
- Auf gedrückte Stimmung, ungewöhnliche Müdigkeit und Husten beim Essen achten und dies melden
- Als pflegende Angehörige auf die eigene Gesundheit und Erholung achten

## Wann Sie Ihre Fachärztin oder Ihren Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin aufsuchen sollten

Nach der akuten Krankenhausbehandlung wird der gesamte Rehabilitationsprozess am besten von einer Ärztin oder einem Arzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin (PRM) geleitet und begleitet. Auch zu Hause lohnt sich die Beratung durch eine PRM-Fachärztin oder einen PRM-Facharzt, die den Patienten untersuchen, Ziele festlegen und Therapie sowie unterstützende Behandlungen gemeinsam mit der Physiotherapeutin oder dem Physiotherapeuten und dem gesamten Team steuern. Bitten Sie um eine erneute Beurteilung, wenn:

- sich die Funktion verschlechtert statt verbessert oder die Fortschritte seit mehreren Wochen stagnieren
- neue Schmerzen, Steifigkeit, Schwellungen oder Stürze auftreten
- sich Stimmung, Schlaf, Schlucken oder Blasenkontrolle verändern
- Sie sich fragen, ob eine robotergestützte oder andere fortgeschrittene Therapie infrage kommt

Ob robotergestützte oder andere fortgeschrittene Therapien geeignet sind, entscheidet eine auf Neurorehabilitation ausgerichtete PRM-Fachärztin bzw. ein entsprechender PRM-Facharzt. Prof. Dr. Engin Çakar arbeitet in diesem Bereich und kann online oder persönlich konsultiert werden; andernfalls wenden Sie sich an eine PRM-Fachärztin oder einen PRM-Facharzt in Ihrer Nähe.

**Rufen Sie sofort den Notruf** bei plötzlich neuer Schwäche, hängendem Mundwinkel, Sprechstörung, sehr starken Kopfschmerzen oder Bewusstlosigkeit: Dies können Zeichen eines neuen Schlaganfalls sein.

## Häufige Fragen

**Unterscheidet sich die Rehabilitation bei ischämischem und hämorrhagischem Schlaganfall?** Die medizinische Behandlung in den ersten Tagen unterscheidet sich. Die Rehabilitationsprinzipien sind weitgehend gleich und werden an die Ausfälle des Einzelnen angepasst.

**Ist es Monate nach dem Schlaganfall zu spät für Rehabilitation?** Nicht unbedingt. Viele Patienten haben auch in der chronischen Phase noch Ziele, an denen gearbeitet werden kann.

**Wer leitet das Programm?** Ein Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin koordiniert das Team und plant die Therapie.

**Wie viele Therapiestunden sind nötig?** Es gibt keine feste Zahl. Allgemein ist mehr Üben sinnvoller Aufgaben mit besserer Funktion verbunden, doch der Umfang muss zur Belastbarkeit und zum Gesundheitszustand passen und wird individuell festgelegt.

**Was passiert nach der Entlassung aus der Rehabilitationsklinik?** Die Rehabilitation wird meist ambulant oder zu Hause fortgesetzt, mit regelmäßigen Kontrollen durch die PRM-Fachärztin oder den PRM-Facharzt, um Ziele, Übungen und Hilfsmittel anzupassen.

## Beurteilung und Kontakt

Sie können einen Termin oder eine Zweitmeinung zu vorhandenen Befunden und Bildern anfragen: [Kontakt & Zweitmeinung (WhatsApp)](https://drmotiva.com/go/wa?l=de&t=&loc=inline_contact&p=%2Fde%2Farticles%2Fstroke-rehabilitation%2F). Diese Seite enthält allgemeine Gesundheitsinformationen. Diagnose und Therapieentscheidungen erfolgen individuell nach einer Untersuchung.

## Quellen

1. Winstein CJ, et al. Guidelines for Adult Stroke Rehabilitation and Recovery: A Guideline for Healthcare Professionals From the American Heart Association/American Stroke Association. Stroke. 2016. [PMID: 27145936](https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27145936/)
2. Langhorne P, et al. Stroke rehabilitation. Lancet. 2011. [PMID: 21571152](https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21571152/)
3. GBD 2019 Stroke Collaborators. Global, regional, and national burden of stroke and its risk factors, 1990-2019: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2019. Lancet Neurol. 2021. [PMID: 34487721](https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34487721/)
4. Langhorne P, et al. Organised inpatient (stroke unit) care for stroke: network meta-analysis. Cochrane Database Syst Rev. 2020. [PMID: 32324916](https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32324916/)
