Wie sieht die Neurorehabilitation nach einem Schädel-Hirn-Trauma aus?
Ein Schädel-Hirn-Trauma kann Bewegung, Gleichgewicht, Sprechen, Schlucken, Denken, Verhalten, Stimmung und Schlaf beeinträchtigen. Da sich die Folgen von Mensch zu Mensch stark unterscheiden, wird die Neurorehabilitation individuell geplant.
Der Schweregrad macht einen Unterschied
Ein Cochrane-Review zur multidisziplinären Neurorehabilitation nach erworbener Hirnschädigung ergab, dass sich bei überwiegend leichten Verletzungen die meisten Menschen gut erholten, wenn sie angemessen informiert wurden, ohne zusätzliche spezifische Maßnahmen. Bei mittelschweren bis schweren Verletzungen fand der Review starke Evidenz für den Nutzen formaler Neurorehabilitation, begrenzte Evidenz dafür, dass ein früher Beginn zu besseren Ergebnissen führt, und starke Evidenz dafür, dass intensivere Programme mit früheren funktionellen Fortschritten verbunden sind [1]. Ein späterer systematischer Review mit Metaanalyse bei Menschen mit mittelschwerem bis schwerem Schädel-Hirn-Trauma fand übereinstimmende Evidenz, dass früh im Traumazentrum begonnene und anschließend intensivere Neurorehabilitation mit einem besseren funktionellen Ergebnis verbunden war als die übliche Versorgung [2]. Die Autoren folgerten, dass die Probleme nach einer Hirnverletzung unterschiedlich sind und daher verschiedene Kombinationen von Maßnahmen für verschiedene Patienten nötig sind [1].
Typische Phasen
- Frühphase (Intensivstation und Akutstation): Lagerung, sichere Atmung und sicheres Schlucken, Vorbeugung von Komplikationen und Beginn der Mobilisation, sobald dies medizinisch sicher ist.
- Stationäre oder intensive Neurorehabilitation: Physiotherapie für Bewegung und Gleichgewicht, Ergotherapie für Alltagsaktivitäten, Sprachtherapie, kognitive Neurorehabilitation für Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Planung sowie psychologische Unterstützung.
- Spätere Phase: ambulante Therapie oder Therapie zu Hause, Rückkehr in Alltagsrollen und regelmäßige Überprüfung. Der Cochrane-Review berichtete mäßige Evidenz dafür, dass fortgesetzte ambulante Therapie helfen kann, Fortschritte zu erhalten [1].
Das Team
Die Neurorehabilitation wird in der Regel von einer Fachärztin oder einem Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin geleitet, gemeinsam mit Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Sprachtherapeuten, Neuropsychologen, Pflegekräften und weiteren Fachleuten nach Bedarf. Technologiegestützte Methoden wie robotergestützte Physiotherapie können Teil des Plans für Bewegungsziele sein.
Häufige Fragen
Braucht jede Hirnverletzung ein langes Neurorehabilitationsprogramm? Nein. Der Bedarf hängt von Schweregrad und Art der Probleme ab. Leichte Verletzungen erfordern oft Information und Beobachtung, mittelschwere bis schwere Verletzungen in der Regel eine strukturierte Neurorehabilitation [1].
Was ist mit Veränderungen von Verhalten und Stimmung? Sie sind häufig und Teil der Untersuchung. Psychologische Unterstützung und Unterstützung der Familie werden bei Bedarf einbezogen.
Siehe auch: Ratgeber Hirnverletzung · Wer plant und überwacht das Programm?
Bitte beachten: Die Ergebnisse der Neurorehabilitation sind von Mensch zu Mensch verschieden. Was im Einzelfall möglich ist, hängt vom jeweiligen Zustand ab, und jeder Plan erfordert eine individuelle ärztliche Untersuchung.
Untersuchung und Kontakt
Diese Seite bietet allgemeine Gesundheitsinformationen und ersetzt keine persönliche Untersuchung. Rufen Sie im Notfall die örtliche Notrufnummer an.
Quellen
- Turner-Stokes L, et al. Multi-disciplinary rehabilitation for acquired brain injury in adults of working age. Cochrane Database Syst Rev. 2015. PMID: 26694853
- Königs M, et al. Effects of timing and intensity of neurorehabilitation on functional outcome after traumatic brain injury: a systematic review and meta-analysis. Arch Phys Med Rehabil. 2018. PMID: 29428344